Ich bin

„Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“

Mit diesen Worten gibt Paul Klee kurz und knapp wieder, was die Menschen in meinen Workshops erfahren können.

Schon als Kind liebte ich das Malen.
Wann immer es mir möglich war saß ich mit Stiften und Farben in meinem Zimmer und widmete mich meinen „Bildern“. Als Jugendliche belegte ich die unterschiedlichsten Zeichenkurse und lernte so verschiedene Techniken kennen. Doch nichts begeistert mich so wie das freie Malen – die Kombination verschiedener Farben fernab von jeder Vorgabe.

Als ich als Erwachsene begann die Ereignisse meiner Kindheit therapeutisch aufzuarbeiten, wurde ich gebeten einige meiner Bilder mitzubringen. Ich blätterte durch meine Werke und erkannte erst jetzt, mit zeitlichem Abstand, wie viel ich völlig unbewusst von mir, meiner Lebensgeschichte, von meinen Ängsten und Nöten in den Bildern dargestellt und verarbeitet hatte.

Meine Neugierde war geweckt.
Was passiert, wenn ich ohne jegliche Vorgaben male?
Ich entdeckte, dass meine Seele durch meine Bilder zu mir spricht.

Ich wollte verstehen lernen und eine Möglichkeit finden andere Menschen an meiner Entdeckung teilhaben zu lassen- so war der Wunsch, Anderen durch die Freude an der Malerei auf ihrem persönlichen Weg zu helfen geboren.
Einige Monate später nahm ich am Eignungstest des akp- Ausbildungsinstitutes in Frankfurt/Main für die Ausbildung zur klientenzentrierten Kunsttherapeutin teil. Was das Gremium in meinen Bildern las und sah weiß ich bis heute nicht – ich bestand und begann 1997 meine mehrjährige Ausbildung zur klientenzentrierten Kunsttherapeutin. Im Jahr 2000 schloss ich diese erfolgreich ab.
Viele Jahre arbeitete ich als Kunstdozentin in der Kunstschule Octopus in Idstein/Ts. und gab in verschiedenen Einrichtungen Wochenendworkshops im Bereich des therapeutischen Malens. Nachdem die Kunstschule im Sommer 2018 schloss, habe ich mich umorientiert und verbinde nun die Meditation mit der Malerei – als Begleitung für Menschen, die an einer Bewussteinserweiterung auf ihrem spirituellen Weg interessiert sind.

Ich bin bis heute fasziniert davon, welche Möglichkeit das künstlerische Schaffen als therapeutisches, bewusstseinserweiterndes und persönlichkeitsentwickelndes Element bereit hält.

Welche tiefen Prozesse durch das Malen in Gang gesetzt werden können und wie befreiend es sein kann, Ereignisse einmal fernab vom Verstand anschauen und lösen zu können. Diese Erfahrung machen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in meinen Kursen und Workshops.
Dabei bestaune ich immer wieder, wie einzigartig sich in ihren Bildern eine momentane Situation, mögliche Lösungswege und die Individualität ihrer Seele wiederspiegeln.

Die Leidenschaft zur Malerei und die Freude an meiner Arbeit als Therapeutin bereichern mein Leben bis heute und dafür bin ich sehr dankbar.

Martina Haunert