Autismus und Kunsttherapie

Autismus und   Kunsttherapie
….eine Möglichkeit nonverbal die eigene Welt zu erklären.

 

Wir nehmen unsere Umwelt durch das visuelle, verbale Denken genauso wie durch das verbal, lineare Denken war.
Wer visuell denken kann, nimmt seine Umgebung nonverbal, direkt und in Bildern war.

 

Der verbal lineare Denker kann ein Ereignis beschreiben, deuten und die Gefühle analysieren. In unserer modernen Welt wird vorwiegend das verbal, lineare Denken angesprochen, gefördert und gefordert. Unser westliches Schulsystem ist von der 1.Klasse durch ein linear, verbales Denken geprägt. Der visuelle Mensch erfasst seine Welt nicht in einer linear, logischen Abfolge sondern nimmt sie bevorzugt in Bildern war und erfasst sie als Gesamtbild intuitiv. Dabei besitzt er die Fähigkeit sich ein Ereignis in Form eines Bildes einzuprägen und somit auch die mit dem Geschehen verbunden Gefühle.

Als Kunsttherapeutin habe ich beobachtet, das Menschen mit einer Autismus- „Störung“ besonders auf der Ebene des visuellen Denkens leichter zu erreichen sind.
Oft reicht schon ein kleiner Kritzel, um in der Therapie die Aufmerksamkeit eines Kindes oder Jugendlichen zu erregen. Im künstlerischen Prozess werden positive Ressourcen sichtbar und können so in das eigene Erleben integriert werden. Das innere Erleben wird in einem äußeren Bild sichtbar und auch für den Autisten greifbar. So kann die eigene, bildreiche Innenwelt im Außen erkennbar und erfahrbar werden. Genauso können äußere Bilder zu inneren Bildern verarbeitet werden, so dass das sichtbare Bild zu einer Verbindung zwischen dem innern Erleben und der äußeren Wahrnehmung, mit den gerade für Autisten abstrakt erscheinenden Anforderungen, herstellt.

In der Kunsttherapie gibt es außer der Beziehung zwischen Therapeut und Klient noch ein weiteres Verbindungsglied  Das Bild… das Kunstwerk:


Für Menschen, die nicht sprechen oder zwischenmenschlichem Kontakt gegenüber sehr skeptisch sind, kann es erleichternd sein, sich nicht mit dem Therapeuten direkt austauschen zu müssen, sondern als Hilfsmittel das Kunstwerk- das Bild heranziehen zu können.

So entsteht über das entstandene Bild eine Beziehung zwischen Klient- Therapeut- und Kunstwerk.
Der Blick auf die Kunst kann somit der Anfang einer therapeutischen Beziehung und damit die Basis für das Wachsen einer Kontakt – und Beziehungsfähigkeit bilden.

 

In der Kunsttherapie werden struktur-, symbol- und identitätsbildende Prozesse gefördert.
Menschen mit einer Autismus Störung erhalten im kreativen Prozess die Möglichkeit ihre Wahrnehmung und ihre Gefühle in eine persönliche Ordnung zu bringen
. Dieser Prozess und das Gefühl „ich kann es selbst regulieren, meine eigene Ordnung herstellen und mich darüber in Raum und Zeit einordnen“ fördert die Ich- Wahrnehmung genauso wie die Ich- Stärke.  Viele Menschen mit einer Autismus Störung haben eine besondere Leidenschaft für Details und Wiederholungen. Sie sind oft fokussiert auf ein Spezialgebiet und haben eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe. All dies findet in der Kunsttherapie Raum und Zeit sich zeigen zu dürfen.


In meiner Praxis für Psychotherapie biete ich „Malstunden“ mit kunsttherapeutischem Hintergrund für Kinder und Jugendliche mit Autismus-Störung an.

Dabei geht es zu Beginn häufig, um einen nonverbalen Prozess. Zuerst wird eine Beziehung und Bindung zwischen Therapeut und „Klient“ geschaffen. Erst dann beginnt der eigentlich therapeutische Malprozess.
Gearbeitet wird vorwiegend mit trockenen Farben auf Papier: Blei-, Bunt- und Filzstifte, Pastell- und Ölkreide. Im Laufe des Prozesses ergänzen sich die Malutensilien durch Wasser-, Aquarell- und Acrylfarbe.
Gerne stehe ich für weiter Informationen zur Verfügung: 06127-7088387.