Autismus und Kunsttherapie

„Autismus und die Verbundenheit mit Gott“

Dieses Buch von William Stillmann ist ein Geschenk für die heutige Welt, in der Autismus eine immer häufigere Diagnose bei Kindern und Jugendlichen ist.
William Stillmann weist auf, welche Erkenntnis uns über die hohe Spiritualität von Menschen mit Autismus offenbart wird, wenn wir uns völlig vorurteilsfrei auf diese Menschen einlassen.

 

Während meiner Dozententätigkeit an der Kunstschule Octopus Idstein hatte ich das Glück über eine Weiterbildung im Bereich Autismus & Kunst erste Erfahrungen mit autistischen Kindern und ihrer Genialität beim Malen zu gewinnen.
Dies bereicherte mein eigenes künstlerisches Schaffen und ich habe das Interpretieren von künstlerischen Werken- wie es einst zu meinem kunsttherapeutischen Handwerkszeug gehörte- weitestgehend abgelegt.
Ich konnte bei meiner Arbeit mit autistischen Kindern immer wieder erkennen, dass es ganz alleine beim Künstler selbst liegt, die Symbol – und Farbsprache seiner Bilder mitzuteilen.
Sind wir doch alle so unterschiedlich, dass schon verschiedene Farbnuancen eine ganz unterschiedliche Wirkung auf jeden Einzelnen von uns haben.


Autismus und   Kunsttherapie
….eine Möglichkeit nonverbal die eigene Welt zu erklären.

 

Wir nehmen unsere Umwelt durch das visuelle, verbale Denken genauso wie durch das verbal, lineare Denken wahr.
Wer visuell denken kann, nimmt seine Umgebung nonverbal, direkt und in Bildern wahr.

Der verbal- lineare Denker kann ein Ereignis beschreiben, deuten und die Gefühle analysieren. In unserer modernen Welt wird vorwiegend das verbal- lineare Denken angesprochen, gefördert und gefordert.

 

Unser westliches Schulsystem ist von der 1.Klasse durch das verbal- lineare Denken geprägt. Der visuelle Mensch erfasst seine Welt nicht in einer linear, logischen Abfolge, sondern nimmt sie bevorzugt in Bildern war und erfasst sie als Gesamtbild intuitiv. Dabei besitzt er die Fähigkeit sich ein Ereignis in Form eines Bildes einzuprägen und damit auch die mit dem Geschehen verbundenen Gefühle.

Als Kunsttherapeutin habe ich beobachtet, das Menschen mit einer Autismus- „Störung“ besonders auf der Ebene des visuellen Denkens leichter zu erreichen sind.
Oft reicht schon ein kleiner Kritzel, um in der Therapie die Aufmerksamkeit eines Kindes oder Jugendlichen zu erreichen. Im künstlerischen Prozess werden positive Ressourcen sichtbar und können so in das eigene Erleben integriert werden. Das innere Erleben wird in einem äußeren Bild sichtbar und auch für den Autisten greifbar. So kann die eigene, bildreiche Innenwelt im Außen erkennbar und erfahrbar werden. Genauso können äußere Bilder zu inneren Bildern verarbeitet werden, so dass das sichtbare Bild eine Verbindung zwischen dem innern Erleben und der äußeren Wahrnehmung, mit den gerade für Autisten abstrakt erscheinenden Anforderungen, herstellt.

 

 Für Menschen, die wenig sprechen oder zwischenmenschlichem Kontakt gegenüber  skeptisch sind, kann es erleichternd sein, sich nicht mit dem Therapeuten direkt austauschen zu müssen, sondern als Hilfsmittel das Kunstwerk- das Bild- heranziehen zu können.
So entsteht über das entstandene Bild eine Beziehung zwischen Klient- Kunstwerk- und Therapeut.
Der Blick auf die Kunst kann somit den Anfang einer therapeutischen Beziehung und damit die Basis für das Wachsen einer Kontakt – und Beziehungsfähigkeit bilden.

In der Kunsttherapie werden identitätsbildende Prozesse gefördert.
Menschen mit einer Autismus „Störung“ erhalten im kreativen Prozess die Möglichkeit ihre Wahrnehmung und ihre Gefühle in eine persönliche Ordnung zu bringen
. Dieser Prozess und das Gefühl „ich kann es selbst regulieren, meine eigene Ordnung herstellen und mich darüber in Raum und Zeit einordnen“ fördert die Ich- Wahrnehmung und ebenso die Ich- Stärke.  Viele Menschen mit einer Autismus Störung haben eine besondere Leidenschaft für Details und Wiederholungen. Sie sind oft fokussiert auf ein Spezialgebiet und haben eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe. All dies findet in der Kunsttherapie Raum und Zeit sich zeigen zu dürfen.


Beim Arbeiten mit autistischen Menschen geht es zu Beginn um einen nonverbalen Prozess. Über das freie, intuitive Malen wird eine Bindung zwischen Klient und Therapeut aufgebaut. Erst dann beginnt der eigentlich therapeutische Malprozess.
Gearbeitet wird vorwiegend mit trockenen Farben auf Papier: Blei-, Bunt- und Filzstifte, Pastell- und Ölkreide. Im Laufe des Prozesses ergänzen sich die Malutensilien durch Wasser-, Aquarell- und Acrylfarbe.
Gerne stehe ich für weiter Informationen zur Verfügung: 06127-7088387.